"Faust"
„FAUST“
die tiefste und genialste dramatische Leistung der Weltliteratur in mutiger Neufassung ergreifend aufgeführt von der Theater AG des Gymnasiums Rutesheim.
Trotz ca. 40° C Raumtemperatur in der berstend vollen Aula des Schulzentrums wurde das sich Luft zufächelnde Publikum am Donnerstag,15. und Freitag, 16. Juli 2010 mehr und mehr in den Bann gezogen von der erschütternden Darstellung der um die Antwort auf die letzten Fragen des Weltganzen ringenden dramatischen Dichtung.
Mutig, die Neuinterpretation des alt bewährten Stoffes.
Liebe Susanne, es ist Dir gelungen, dieses Stück Weltliteratur so zu gestalten, dass sich die Schülerdarsteller damit identifizieren können und sich dadurch die Intensität des Spiels auf das Publikum übertragen hat. Deine Strichfassung, die an keiner Stelle den nötigen Respekt vor Goethes Sprache fehlen lässt, baut einen Spannungsbogen auf, der auf den Punkt genau auf zwei Stunden Spielzeit abgestimmt ist. Das ist nur durch Deine langjährige Dramaturgie- und Regieerfahrung möglich. (Regie und Dramaturgie: Susanne Hirche)
Mutig, den Faust mit 10 Szenewechseln zu spielen.
Liebe Ulla, es ist Dir gelungen, mit der immer größer werdenden Bühnenbild- und Ausstattungs- AG, das ganze Spektrum, von Himmel bis Hölle, über „Auerbachs Keller“ und „Hexenküche“; von Außen und Innen über „Studierstube“, „Gretchens Zimmer“, „Bushaltestelle“ und „Osterspaziergang“, nicht nur modern und flexibel zu inszenieren sondern auch sehr humorvoll, subtil und an vielen Stellen doppelbödig durch interessante Rückprojektionen. (Leitung der Bühnebild- und Ausstattungs- AG: Ursula Becker)
Mutig, mit Rock-, Jazz- und Funk-Versionen Goethes Lieder passend zur modernen Interpretation des „Faust“ neu zu inszenieren.
Lieber Klaus, Du hast uns mit der Kammermusik- AG „CONSORT RUTESHEIM “ und den im Vorfeld aufgenommenen Tonaufnahmen des Mittel- und Oberstufenchors, fantastisch durch das Stück geführt. Du hast uns mit einer 12 Tonreihe, die Du als Leitmotiv so raffiniert und vielschichtig komponiert und variiert hast, dass sie als solche vordergründig gar nicht erkennbar ist, verführt. Dieses Leitmotiv tauchte immer wieder auf und gipfelte in der Schlussszene im vom Gretchen (Leonie Epple 10b) ergreifend vorgetragenen unbegleiteten Gesang. (Musikalische Leitung und Klavier: Klaus Müller)
Reinhard Bohne(13) erntete für seine brillante Darstellung in Gestik, Mimik, Sprache und Ausdruck den meisten Applaus. Die Rolle des Mephistopheles im goldenen Anzug, an David Bowie erinnernd, war wie auf ihn zugeschnitten. Er bedankte sich stellvertretend für alle Schauspieler und alle Mitwirkenden bei Frau Hirche mit einem „Goldenen Grammy“ und gab dem Publikum einen kleinen Einblick in die Schwierigkeiten und die Fragilität hinter einer so perfekt laufenden Aufführung.
Da bricht sich kurz vor der Aufführung Marcel Böhm (9b) in der Rolle des „alten Faust“ noch schnell die Schulter, wird operiert und steht eine Woche später auf der Bühne, um ohne Schmerzmittel, jedoch mit großer Intensität seine Rolle zu spielen. “Für die Kunst tue er das doch gerne“.
Leonie Epple (10b) als Gretchen bezauberte mit ihrer natürlichen und energiegeladenen Spielweise das Publikum. Mit seinen 15 Jahren spielte Johannes Bässler (9b) den jungen Faust auch als Liebhaber des Gretchens sehr überzeugend. Die beiden ergaben ein hinreißendes Paar.
Eine tolle Leistung erbrachten nicht nur alle anderen Schauspieler, sondern auch die ganze Crew, die back stage agiert, von der Maske über den Umbau und nicht zu vergessen die Technik AG unter der Leitung von Herrn Rahn, die bei jeder Veranstaltung nicht nur für gute (Licht)Stimmung sorgt, sondern auch für den „richtigen Ton“.
Schulleiter Schwarz ließ sich vom gelungenen Gesamtkunstwerk so inspirieren, dass er sich in Reimform bei allen Beteiligten für die großartige Leistung, auf die jeder einzelne stolz sein kann, bedankte.
Liebe Trickfilm AG, der Pausenloop und die Zusammenarbeit mit euch hat auch mir viel Spaß gemacht.
Kathrin Hinderer
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Aktualisiert (Montag, den 26. Juli 2010)





























