In die DDR-Geschichte eintauchen

Vom 21.-25. September 2026 tauchte ich beim Sächsischen Geschichtscamp in Plauen, Sachsen, in die DDR-Geschichte ein. Das Geschichtscamp wird vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg zusammen mit der Körber-Stiftung veranstaltet. Unter dem Motto „Grenzerfahrung. Protest. Umbruch. Was Plauen bewegt(e)“ durfte ich zusammen mit ca. 50 Schülerinnen und Schülern aus Sachsen, Baden-Württemberg und anderen Bundesländern die DDR-Geschichte der Kreisstadt im Vogtland hautnah erleben.
Geschichtlich kommt Plauen zu DDR-Zeit eine besondere Bedeutung zu: Plauen war die größte Stadt in Grenznähe, zudem begann hier mit einer Demonstration die friedliche Revolution 1989. In kleinen Workshops haben wir uns mit einzelnen Schicksalen, Geschichten und Umbrüchen beschäftigt, indem wir Stasi-Akten durchsucht, Zeitzeugen interviewt und Sachtexte gelesen haben. Ziel war eine kreative Präsentation vor den anderen Teilnehmern.
In diesem Rahmen habe ich mich mit den gewaltvollen Umsiedlungsaktionen „Kornblume“ und „Ungeziefer“ beschäftigt. In diesen wurden vom SED-Regime „politisch Unzuverlässige“, gemeint sind Systemkritiker und Menschen, die der Stasi nicht passten, aus dem Grenzgebiet der Innerdeutschen Grenze umgesiedelt. Insgesamt waren über 12.000 Menschen von Deportationen dieser Art betroffen. Die Opfer, die ihr Leben lang von diesem gezwungenen Umzug traumatisiert sind, warteten bis 2025 auf eine Entschädigung.
Dieses dunkle Kapitel der DDR ist bis heute noch wenig wissenschaftlich aufgearbeitet. So hat es mich besonders fasziniert, mit Frau Steffi Unger zu sprechen, die diese Zwangsumsiedlungen aktuell wissenschaftlich erforscht.

Neben der Arbeit im Workshop blieb viel Zeit für Vorträge von Historikern, Zeitzeugen und Archivaren. So sprach zum Beispiel Herr Dr. Axel Hartmann zu uns, Konsul in der Botschaft in Budapest a.D., und erzählte über Botschaftsflüchtlinge und seine diplomatischen Erfahrungen mit der DDR. Auch Herr Prof. Dr. Müller-Enbergs begegnete uns als Wissenschaftler, der über Nachrichtendienstgeschichte lehrt, und uns Tipps und Tricks zur Arbeit mit Stasi-Akten weitergab.
Zudem gab es eine interessante Podiumsdiskussion, die viele Perspektiven eröffnete. Abends hatten wir die Zeit, mit den anderen Teilnehmer Plauen zu erkunden.

Christopher Dilger
Schüler J2

Der Gewinner des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten Christopher Dilger (J2) durfte beim Sächsischen Geschichtscamp in Plauen teilnehmen. Hier mit den bekannten Figuren Vater und Sohn des deutschen Zeichners Erich Ohser aus Plauen alias e.o.plauen.
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